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Warum dieses besondere Angebot?

Sensibilisiert für das Thema wurden wir von unseren PatientInnen: Im Fachbereich Psychiatrie treffen wir Erwachsene, die, wenn sie in der Elternrolle sind, mit besonderen zusätzlichen Anforderungen kämpfen. Im Fachbereich Pädiatrie sehen wir manchmal Kinder, deren Eltern erhebliche eigene psychosoziale Belastungen haben, die sich auf das Familienleben auswirken. Inzwischen liegt ein zentraler Fokus unserer Arbeit auf diesen besonderen familiären Bedingungen.

Unsere Erfahrungen zeigen auch, daß es viele Unterstützungsangebote gibt, die jedoch wenig untereinander vernetzt sind und die Familien oft nicht erreichen. Daher engagieren wir uns im Rahmen des Sozialpsychiatrischen Verbundes in Arbeitsgemeinschaften, die es sich zur Aufgabe machen, die Bedürfnisse von Familien mit einem psychisch kranken Elternteil sowie professionelle Hilfeangebote zu erfassen und zusammen zu bringen. Diese Vernetzung kommt unseren PatientInnen zu gute: wir können über weitere Unterstützungsangebote informieren.

Unser Angebot:

Betroffenen Familien bieten wir einzel- u/o familientherapeutisch bedarfsorientierte Beratung und Therapie an. Es kann sein, daß Erwachsene mit einer Verordnung psychisch-funktionelle Behandlung zu uns kommen oder Kinder mit einer Verordnung sensomotorisch-perzeptive Behandlung. In jedem Fall versuchen wir, das gesamte Familiensystem zu erfassen, zu beraten und eine individuelle Therapie zu planen. Als systemische Therapeuten versuchen wir in Abstimmung mit den Betroffenen, mit bereits bestehenden Helfer- und Bezugssystemen zu kooperieren oder beraten bei der Suche nach weiterer Unterstützung.

Wenn Sie diese Informationen als Betroffene oder Angehörige lesen:

  • Bitte helfen Sie den Helfern! Informieren Sie über Ihre Situation und Bedarfe, denn dafür sind allein Sie die ExpertInnen.
  • Das braucht Mut und kostet oft erst einmal Überwindung. Wenn Sie sich schnell und vielleicht anonym informieren wollen, dann kontaktieren Sie den Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Göttingen.
  • Keine Angst vor Jugendamt und Jugendhilfe! Deren oberstes Anliegen ist, Familien zu helfen, nicht sie zu trennen oder zu stigmatisieren. Und das schon frühzeitig, nicht erst dann, wenn kein Weg mehr daran vorbei führt.
  • Keine Angst vor Psychiatrie! Die psychiatrischen Fachkliniken beraten z.B. in Familiensprechstunden, Sprechstunden für betroffene Eltern mit ihren Babys und Kleinkindern.
  • Sie leben in einer Region mit einer guten Versorgungsstruktur, die Sie nutzen können. Die Erziehungsberatungsstellen, Familienhebammen u.v.a.m. leisten erfahrene und engagierte Arbeit.
  • Wenn Sie bereits Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen: Bitte helfen Sie allen Beteiligten, miteinander zu kooperieren.

Wenn Sie diese Seite als professionelle HelferInnen lesen:

  • Sprechen Sie Ihre KlientInnen oder PatientInnen auf das Thema Elternschaft und psychische Erkrankung an!
  • Der Sozialpsychiatrische Dienst hält auch für Sie Information, Beratung und sogar Intervision bereit.
  • Wenn Sie aktiv an der Vernetzung mitarbeiten wollen, können Sie z.B. im Sozialpsychiatrischen Verbund die AG „UfamkE“ kontaktieren. (Unterstützung für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil)

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